Wuppertal

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Zur Entstehung des Lokomotiv-Club  103 e.V. aus Wuppertal

Gegründet wurde der Lokomotiv-Club 103e.V. im Dezember 2001 von Klaus-Dieter Backhaus im InterCity-Hotel zu Wuppertal, wozu es natürlich eine Vorgeschichte gibt  ………..

…………  der heutige Vereinsvorsitzende und aus einer Eisenbahnerfamilie stammende 1952 geborene Klaus-Dieter Backhaus musste Ende der 90er Jahre feststellen, dass die Lokomotiven, die ihn seit seiner Kindheit faszinierten, nun nach und nach das Ende ihrer Dienstzeit erreicht hatten und dem Wertstoffkreislauf erneut zugeführt wurden. Ein Umstand der traurig stimmte, gingen doch damit auch Erinnerungen an vieles altvertraute und liebgewonnene Bahnflair  verloren.

Besonders die Verschrottungen der Baureihe 103 sorgten für Unbehagen, waren sie doch durch Form und Leistung der Lokführertraum überhaupt, und das Paradepferd mit unglaublicher Werbewirkung für die Deutsche Bundesbahn.

Auf der Internationalen Verkehrsausstellung in München 1965 erlebte Klaus-Dieter Backhaus die Vorserienmaschinen E 03 001 bis 004 erstmalig und hatte Gelegenheit, den ersten Fahrten mit 200 Stundenkilometern nach dem 2.Weltkrieg in Deutschland beizuwohnen, sowie den Führerstand einer Vorserienlokomotive zu besichtigen.

Der Grundstein für die Bewunderung der Baureihe E 03/ 103 war also gelegt. Es folgte ein jahrzehntelanges Beobachten der formschönen Lokomotiven im Einsatz vor so bedeutungsvollen Zügen wie beispielsweise “ Prinz Eugen “ dem “ Rheingold “ und dem „Rheinpfeil“ , sowie dem über viele Jahre währenden Einsatz vor ein-und zweiklassigen IC-Zügen und dem beginnenden Abschied, der mit der Verwendung der Lokomotiven im InterRegio-Betrieb begann.

Ab 1997 wurden die erste Lokomotiven der Baureihe 103 planmäßig abgestellt und verschrottet, die Ablösung in Form der ICE-Züge und der Baureihe 101 stand in den Startlöchern und der Abschied von der 103 schien unvermeidbar.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends waren schon viele 103er den Weg alles alten Eisens gegangen, Klaus-Dieter Backhaus besuchte sonntäglich – häufig zum Leidwesen der Familie – einen Altmetallhändler in Opladen, um den Stand von Verschrottungen zu sichten und zu dokumentieren.

Diese Besuche förderten mehrere Erkenntnisse zu Tage: einerseits konnte man bei aller Wehmut über den Abschied von einer Baureihe die Zeit nicht zurückdrehen und andererseits war mit Fotografieren nur die Traurigkeit des Ist-Zustandes zu dokumentieren;  es war also an der Zeit über das Hobby Eisenbahnfotografie hinaus tätig zu werden und andere Wege zu gehen.

Diese neuen und anderen Wege führten nach gründlicher Überlegung zu der Erkenntnis, dass mit Fotografieren allein die Erinnerung an eine Baureihe wie der 103 nicht aufrechtzuerhalten ist und man etwas für den Erhalt einer Lokomotive der Baureihe 103 tun wolle und sollte, nur:  wer ist man?

Ein Blick in die Runde der Museumsvereine reichte, um festzustellen man war mit der Idee zwar nicht allein, aber kaum einer hatte Mittel und Gelegenheit, eine 103 zu erhalten. Und in diesem Fall war dann recht schnell klar, wer man ist: Klaus-Dieter Backhaus ergriff die Initiative und setzte sich zum Ziel, eine Lokomotive der Baureihe 103 zu erhalten.

Der Weg zum Ziel war recht lang, es mussten Zuständigkeiten geklärt werden, Kontakte aufgebaut und gepflegt werden. Zahlreiche Schreiben und e-mails wurden verfasst und gelesen und somit die Zugangsvoraussetzungen für den Erhalt einer Lokomotive nach und nach erfüllt.

Eine dieser Zugangsvoraussetzungen war die Gründung eines eingetragenen Vereines: es musste also eine genügende Anzahl Gleichgesinnter gefunden werden, was letztlich gelang. Als alle Zugangsvoraussetzungen erfüllt waren, konnte der Verein einen Leihstellungsvertrag mit der Deutschen Bahn AG über die museale Erhaltung der Lokomotive 103 226-7 abschließen und diese am 26.6.2002 im AW Opladen  in Empfang nehmen.

Nun ist der Zuschlag zu einer Lokomotive das Eine, die Durchführung der geplanten Restaurierung etwas ganz anderes: Erhalt und Restaurierung werfen ständig neue Fragen auf, deren Beantwortung auch in wirtschaftlich schweren Zeiten nicht ohne finanzielle Mittel von statten geht. Trotz wirtschaftlich widriger Bedingungen gelang es dem Lokomotiv-Club 103 e.V. bereits ein Jahr nach dem Erhalt der Lokomotive 103 226-7 die Aufarbeitung im AW Opladen in Auftrag geben zu können. Im Oktober 2003 verließ 103 226-7 das AW Opladen in strahlend neuem Lack im altgewohnten ursprünglichen Design.

Als Folge davon stand nun die Lok in den letzten Jahren auf zahlreichen Eisenbahnveranstaltungen und in Museen als Ausstellungsobjekt im Mittelpunkt des Interesses, und nicht nur, weil die noch planmäßig eingesetzten Lokomotiven anders lackiert waren und nur noch ein paar wenige Exemplare noch vorhanden waren.

Die hierfür erforderliche Schaffung der Rollfähigkeit der Maschine stellt immer wieder hohe Anforderungen und ist weitaus schwieriger, wie man als Außenstehender meint.

Schon bei der Vereinsgründung im Jahre 2001 war es das Ziel des Vereines, mehrere DB-Lokomotiven der Epochen 3 und 4 zu erhalten. Im Sommer 2006 ergab sich die Möglichkeit, die Lokomotive 110 239-1 von DB Regio zu übernehmen und diese wieder in den Ablieferungszustand als Rheingold-Lokomotive zurückzuversetzen; im Sommer 2008 waren die umfangreichen Rückbauarbeiten abgeschlossen und die Lokomotive 110 239-1 wurde im AW Dessau lackiert und grüßt seitdem wieder als E 10 1239

Der Lokomotiv-Club 103e.V. hat derzeit ca. 60 Mitglieder aller Altersklassen und Berufsgruppen, deren Ziel der Erhalt, die Pflege und die Präsentation der Lokomotiven 103 226-7 und  E 10 1239 ist und somit einen großen Beitrag zur Erhaltung von bedeutender deutscher Verkehrsgeschichte leisten.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass Restaurierungen und Rückbauten ebenso wie Pflege und Unterhaltung nicht ohne Unterstützung von außen machbar ist.

Wir danken an dieser Stelle allen, die dem Lokomotiv-Club 103e.V. bei der Umsetzung seiner Ziele geholfen haben, sei es durch die Weitergabe von Wissen, Materialspenden, ehrenamtlicher und unentgeltlicher Arbeit, logistischer Unterstützung oder auch durch die Bereitstellung finanzieller Mittel; all diese genannten Dinge sind für den Erhalt und das Zurückholen von Eisenbahngeschichte der Gegenwart notwendig, selbst kleine, oftmals unbedeutende Sachverhalte können im Zusammenhang gesehen zu etwas Großem werden.
Viel Spaß beim Betrachten und Lesen unseres Internet- Auftrittes und ein Wiedersehen auf einer unserer Lokomotiven wünscht nun der Lokomotiv-Club 103e.V.

Lüdinghausen und Wuppertal im November 2008,
Klaus-Dieter Backhaus , Vorstandsvorsitzender
Gerd Breuer, Schatzmeister

Verein zur Erhaltung der DB-Lokomotiven 103 226 und 110 239